Zugang zu Liquidität ist immens wichtig für kleine und mittelständische Unternehmen. Wenn ein Großkunde einen Auftrag spät oder gar nicht bezahlt, kann das für KMUs schnell zum Problem werden. Neben dem herkömmlichen Bankkredit gibt es noch weitere Formen der Unternehmensfinanzierung. In diesem Artikel werden fünf Möglichkeiten vorgestellt, wie KMUs ihre Liquiditätssituation verbessern können.

Bankkredite – die klassische Form der Fremdfinanzierung

Bankkredite sind Fremdkapital. Die Bank stellt einen Geldbetrag zur Verfügung, der innerhalb eines bestimmten Zeitraums, inklusive der Zinsen, zurückgezahlt werden muss. Die am meisten genutzten Bankkredite sind Dispositionskredite und Investitionskredite.

Ein Dispositionskredit ist ein Kreditrahmen, der von der Bank auf dem Firmenkonto eingerichtet wird. Das Firmenkonto kann also bis zum vereinbarten Limit überzogen werden, um kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Die Kosten für einen solchen Kredit liegen in der Regel bei über 8%.

Für größere Summen oder längere Zeiträume sind Investitionskredite deshalb besser geeignet. Diese Kredite können je nach Vereinbarung entweder in Raten oder am Ende der Kreditlaufzeit getilgt werden. Die Zinskosten für Investitionskredite können derzeit bei unter 2% liegen. Oftmals verlangt die Bank allerdings eine Sicherheit, zum Beispiel eine Immobilie oder ein Grundstück.

P2P-Lending – Darlehen von Privatpersonen

Wer keinen Kredit von der Bank bekommen kann oder keinen Kredit von einer Bank möchte, der kann sich auf Peer-to-Peer (P2P) Online-Portalen wie Auxmoney oder Exporo umsehen. Dort werden P2P-Kredite vergeben. Das sind Darlehen, die nicht von Kreditinstituten, sondern direkt von Privatpersonen an Privatpersonen vergeben werden.

Die Kosten können geringer sein als beim klassischen Bankkredit und die Bearbeitungsdauer ist meistens kürzer. Die niedrigeren Kosten und der geringe Verwaltungsaufwand sind insbesondere für KMUs interessant. Der Nachteil hierbei ist jedoch, dass die Kreditsummen in der Regel recht niedrig sind.  Im letzten Jahr betrug der durchschnittliche P2P-Kredit auf Auxmoney lediglich 736 Euro. P2P-Lending ist für Mittelständler daher weniger relevant.

Crowdfunding – interessant für Unternehmen mit hoher Medienpräsenz

Beim Crowdfunding wir die Finanzierung des Unternehmens oder eines einzelnen Projekts von einer Vielzahl von Investoren gestellt. In der Regel werden diese Investoren über Online-Portale wie Kickstarter oder GoFundMe angeworben. Die Kapitalgeber sind meistens Privatinvestoren und liefern jeweils nur kleine Beträge.

Im Gegensatz zum P2P-Lending wird hierbei in der Regel Eigenkapital angeworben. Die Verträge können individuell gestaltet werden. Unternehmer können Investoren Mitbestimmungsrechte oder auch nur eine Gewinnbeteiligung anbieten. KMUs können über Crowdfunding-Portale manchmal aber auch verzinstes Fremdkapital („Crowdlending“) bekommen, genauso wie beim P2P-Lending.

Es ist allerdings nicht einfach, größere Beträge über Crowdfunding zu bekommen. Das funktioniert in der Regel nur dann, wenn das Unternehmen bereits über eine Fangemeinde verfügt, die sich emotional gebunden fühlt. Künstler, Sportvereine oder Unternehmen mit hoher Medienpräsenz haben hier einen Vorteil. Diese Unternehmen können Crowdfunding nicht nur als Finanzierungsform nutzen, sondern auch, um Aufmerksamkeit bei ihrem Zielpublikum zu erregen.

Venture Capital – Eigenkapital für Startups

Venture Capital oder „Wagniskapital“ bezeichnet Eigenkapitalinvestitionen in ein Startup-Unternehmen. Da die Unternehmen noch relativ jung sind und sich in der Regel noch nicht im Mark etabliert haben, hat der Investor ein erhöhtes Ausfallrisiko.

Venture Capital Investitionen werden meist in verschiedenen Stufen in die Unternehmensentwicklung eingebracht (Seed-Stage, Early-Stage-, Later-Stage- und Exit-Stage). Auf der Exit-Stufe werden die Anteile am Unternehmen entweder an die Gründer oder an einen anderen Investor verkauft.

Ein Vorteil von Venture Capital ist, dass Investoren in der Regel auf neu gegründete Unternehmen spezialisiert sind. Dadurch können sie neben der Finanzierung auch ihr Wissen und ihre Erfahrung in das Unternehmen einbringen. Der Nachteil ist, dass der Investor den Kurs des Unternehmens maßgeblich mitbestimmen kann und somit die unternehmerische Freiheit unter Umständen eingeschränkt wird.

Factoring – nicht nur eine Form der Unternehmensfinanzierung, sondern auch ein Risikomanagement-Instrument

Factoring heißt, dass ein Unternehmen seine Forderungen fortlaufend an ein Kreditinstitut (Factor) verkauft. Dabei erhält das Unternehmen sofort Liquidität und der Factor übernimmt, je nach vertraglicher Vereinbarung, sogar das Forderungsausfallrisiko. Factoring dient also nicht nur der Liquiditätsbeschaffung, sondern kann auch ein Risikomanagement-Instrument sein.

Ein weiterer Vorteil des Factorings ist, dass die Finanzierung mit steigenden Umsätzen wächst, denn mit steigenden Umsätzen wachsen in der Regel auch die Forderungen. Fachleute sprechen daher von „umsatzkongruenter Finanzierung”.

Der Factor kann, falls gewünscht, sogar das gesamte Forderungsmanagement übernehmen. Das ist insbesondere für kleinere Unternehmen interessant, deren Buchhaltungen mit Mahn- und Inkassoarbeit überfordert sind.

Darüber hinaus kann sich Factoring auch positiv in der Bilanz bemerkbar machen, da die zur Verfügung stehende Liquidität zum Abbau von Verbindlichkeiten genutzt werden kann. Dadurch wird die Bilanzsumme verkürzt und die Eigenkapitalquote erhöht. Das verbessert die Bonität des Unternehmens und erleichtert den Zugang zu anderen Finanzierungsformen.

Bankkredite, P2P-Lending, Crowdfunding, Venture Capital und Factoring sind fünf Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung für KMUs. Die Auswahl der passenden Finanzierungsform hängt von den Zielen und der Kapitalstruktur des jeweiligen Unternehmens ab.

Falls Sie Fragen zu den verschiedenen Finanzierungsarten oder zum Teylor-Kredit haben, können Sie uns jederzeit unter info@teylor.io kontaktieren. Falls Sie kostenlos und unverbindlich Ihre Konditionen berechnen wollen, kommen sie hier zum Antragsprozess.