Die Unternehmensfinanzierung stellt KMU regelmäßig vor Herausforderungen. Die Kreditexpertin Elfriede Hübner teilt Tipps & Tricks im Teylor Interview.

Elfriede Hübner beschäftigt sich schon seit fast 30 Jahren mit der Finanzierung von Unternehmen. Während ihrer Karriere hat sie als Kreditexpertin und Analystin bei verschiedenen Banken gearbeitet und letztlich als Teamleiterin den Bereich Firmenkredite bei einer deutschen Großbank verantwortet. Mit anderen Worten: Frau Hübner kennt das Kreditgeschäft in- und auswendig.

Nach einer langen Karriere bei verschieden Banken hat sie sich schließlich als Finanzierungsberaterin selbstständig gemacht. Heute sieht sie es als ihre Berufung, kleine und mittelständische Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Finanzierung auf ein solides Fundament zu stellen.

Wir haben mit Frau Hübner über die Herausforderungen der KMU-Finanzierung, Liquiditätsmanagement in der Krise und über den Teylor-Firmenkredit gesprochen.

Elfriede Hübner

Frau Hübner, Sie sagen, nach einer jahrzehntelangen Karriere in der Bankenindustrie habe es in Ihnen „gegrummelt“. Warum war das so?

Unternehmer*innen arbeiten hart und riskieren viel für den Erfolg Ihres Unternehmens. Die Unternehmenssteuerung mittels geeigneter Kennzahlen wird dabei aber gerade in kleinen und mittleren Unternehmen oft vernachlässigt. Bis zu einem gewissen Grad funktioniert dort die Unternehmensführung aus der Erfahrung und dem Bauchgefühl der Unternehmensleitung erstaunlich gut. Kritisch wird es, sobald Probleme auftauchen.

Banken können sich schon alleine wegen gesetzlicher Vorgaben nicht mit dem Bauchgefühl ihrer Kreditkunden zufriedengeben. Sie müssen sich davon überzeugen, dass auch künftig Zins und Tilgung bezahlt werden können. Andernfalls dürfen sie keine Kredite genehmigen oder Kreditlinien verlängern. Notfalls müssen sie sogar bestehende Kredite kündigen.

Kreditkündigungen sind der worst-case für Unternehmen. Denn es bleibt nicht bei einer Kündigung. Andere Finanzierungspartner erfahren schnell davon und stellen ihre Kredite ebenfalls zur Rückzahlung fällig. Die Insolvenz ist dann nicht mehr aufzuhalten.

Geschäftsführende Gesellschafter haften regelmäßig auch mit ihrem privaten Vermögen für die Unternehmenskredite. Das ist dann ebenfalls verloren. Vom Lebenswerk bleibt so nicht mehr als ein Scherbenhaufen.

Solche Erlebnisse waren ein Grund für mich, die Seiten des Schreibtisches zu wechseln. Seitdem helfe ich Unternehmen, ihre Stärken ins rechte Licht zu rücken, und überzeugende Bankunterlagen vorzubereiten. Die reichen von Planrechnungen über den Soll-/Ist-Vergleich mit Abweichungsanalyse bis hin zur Strategieentwicklung und kompletten Businessplänen.

Seit einigen Jahren gebe ich zudem auf meinem Blog kreditexpertin.de regelmäßig Tipps zur Unternehmensfinanzierung. Dazu biete ich auch – meist kostenlose –Excel-Tools an, beispielsweise um Kapitaldienst und Kapitaldienstgrenze des Unternehmens zu berechnen.

Viele Unternehmer klagen, dass die Hausbank zu lange braucht, um Kredite zu bearbeiten. Woran liegt das?

Bei der Finanzierung von Unternehmen gilt es Kreditausfälle möglichst zu vermeiden. Lieber wird auf ein Geschäft verzichtet. Dementsprechend sorgfältig und umfangreich wird geprüft. Und das von verschiedenen Abteilungen und Gremien. Niemand will einen Kreditausfall verantworten, deshalb kommt es zu immer neuen Nachfragen und Forderungen nach Unterlagen.

Das beste Mittel dagegen: Von Anfang an die Hausbank über die wichtigsten Entwicklungen im Unternehmen informieren, unaufgefordert die vereinbarten Unterlagen wie Quartalszahlen (BWA) mit Plan-Ist-Vergleich vorlegen und jedes Jahr den Jahresabschluss ohne gesonderte Aufforderung schnellstmöglich einreichen.    

Sie bieten Ihren Kunden unter anderem den Teylor-Firmenkredit als eine schnelle und unkomplizierte Lösung an. Wie kommt das Angebot bei Ihren Kunden an?

Das Angebot von Teylor überzeugt meine Kunden und auch mich vor allem wegen der schnellen und unkomplizierten Bearbeitung der Finanzierungsanfragen.

Die Kreditanträge werden nicht nach dem Gießkannenprinzip an mögliche Geldgeber verteilt. Stattdessen werden sie erst intern von Teylor geprüft und dann gezielt an erfolgversprechende Partner weitergegeben. Damit haben die Antragsteller nur einen festen Ansprechpartner und bekommen direkt eine Kreditzusage statt unverbindlicher Konditionenangebote.

Zudem sind die Mitarbeiter von Teylor ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.

Bei vielen KMU zeigen sich vor allem jetzt in der Coronakrise Schwächen bei der Finanzierung. Was sollten Unternehmer jetzt umstellen, um sich für die kommenden Monate zu wappnen?

Unternehmen müssen vor allem liquide bleiben. Das gilt während der Krise, aber auch danach, wenn die Nachfrage anzieht und Aufträge vorzufinanzieren sind. Die Corona-Kredite der KfW sind dafür eine wichtige Hilfe. Aber es ist Fremdkapital, das die Kapitalstruktur des Unternehmens verschlechtert. Kommen krisenbedingt Verluste dazu, schwächt das die Eigenkapitalausstattung weiter.

Damit werden künftige Kreditaufnahmen schwerer, denn die Kapitalstruktur hat einen großen Einfluss auf das Bilanzrating und damit auf die Bonitätseinstufung des Unternehmens.

Ich empfehle Unternehmen, sich jetzt auch nach Finanzierungsmöglichkeiten außerhalb der Bilanz umzusehen. Das heißt: Anlagegüter zu leasen, statt über Kredite zu finanzieren. Forderungen zu verkaufen (Factoring) und Einkaufsfinanzierungen (Finetrading) zu nutzen, statt die Kontokorrentkreditlinie immer weiter zu strapazieren. Mit FinTechs und deren schneller und flexibler Abwicklung sind diese Finanzierungsformen auch für kleine und mittlere Unternehmen interessant.

Zuletzt noch ihr Ausblick für die nächsten Jahre: Was wird sich in der KMU-Finanzierung ändern?  

Eine stabile und auf Vertrauen basierende Hausbankfinanzierung wird auch künftig ein wichtiger Pfeiler einer tragfähigen Unternehmensfinanzierung sein. Aber bei weitem nicht mehr der einzige.

Fintech-Unternehmen haben gerade erst angefangen, den Finanzierungsmarkt zu erobern. Aufgrund der kostengünstigen und schnellen Abwicklung ist deren Angebot auch für kleine Unternehmen interessant.

Über Kreditplattformen wie Teylor können Unternehmen bequem auf unterschiedliche Finanzierungspartner zugreifen. Die haben das Geld oft schon ausbezahlt, während die Hausbank noch überlegt.

Um die Zukunft der Unternehmensfinanzierung mache ich mir keine Sorgen. Allerdings müssen die Unternehmen am Ball bleiben, aufgeschlossen für neue Wege sein und beim Abwägen der Kosten das Gesamtpaket aus direkten Kosten und eingesparten Opportunitätskosten im Auge behalten.

Für weitere Informationen über die Arbeit von Elfriede Hübner, besuchen Sie www.kreditexpertin.de