Umschuldungen können wirtschaftlich sinnvoll sein, vor allem im derzeitigen Niedrigzinsumfeld. Bei gewerblichen Darlehen gibt es allerdings einiges zu beachten.

Ein Blick auf die Zinskurve zeigt, dass die durchschnittlichen Kreditzinsen für Ratenkredite in Deutschland in den letzten Jahren deutlich gefallen sind. Während Sparer unter dem derzeitigen Niedrigzinsumfeld leiden, können Kreditnehmer davon profitieren.

Im Schnitt lag der effektive 2/3-Zins für eine Darlehenssumme von 10.000 Euro bei 48 Monaten Laufzeit im Jahr 2013 bei 6,34 Prozent. Der gleiche Kredit kostete im Jahr 2019 nur noch 4,68 Prozent.

Die Kreditzinsen hängen aber nicht nur vom Zinsumfeld ab. Beim Kreditantrag spiegelt sich vor allem die Bonität des Antragstellers in den Zinsen wider. Sollte sich die Bonität während der Kreditlaufzeit verbessert haben, zum Beispiel, weil der Verschuldungsgrad des Unternehmens gefallen ist, dann kann man unter Umständen einen neuen Kredit zu günstigeren Zinsen bekommen.

Viel zu oft sitzen Unternehmen aber auf der Restschuld alter Kredite und zahlen daher den Zinssatz, der bei der Aufnahme des Kredites galt. Eine Umschuldung kann hier zu deutlichen Kosteneinsparungen führen.

Umschuldung: bestehende Kredite durch günstigere Kredite ablösen

Bei einer “Umschuldung” nehmen Sie einen neuen Kredit auf, um einen alten Kredit abzulösen. Das lohnt sich, wenn Sie für den neuen Kredit weniger Zinsen bezahlen als für den alten. Dabei muss man nicht mal unbedingt zu einer neuen Bank. Manchmal kann man auch bei der gleichen Bank ein besseres Angebot erhalten.

Trotzdem ist es sinnvoll, sich Angebote mehrerer Banken einzuholen und zu vergleichen. Dabei sollten Sie den effektiven Jahreszins als Vergleichsmaßstab verwenden. Außerdem sollten Sie beim Kreditantrag als Verwendungszweck „Umschuldung“ oder „Kreditablösung“ angeben. Das wird von Banken durchaus als positiv angesehen, denn es zeigt, dass der Antragsteller seine Kreditkosten reduzieren möchte.

Wenn Sie sich verschiedene Angebote eingeholt haben, dann müssen Sie die Höhe der Kostenersparnis ermitteln. Haben Sie beispielsweise vor zwei Jahren einen 22.000-Euro-Kredit über fünf Jahre aufgenommen und dafür um die 12 Prozent effektiven Zins bezahlt, dann sind heute noch ca. 15.000 Euro Restschuld übrig. Finden Sie heute einen 15.000-Euro-Kredit für einen effektiven Zins von 4,5 Prozent, dann können sie insgesamt ca. 1.500 Euro an Zinsen sparen.

Eine Umschuldung kann sich besonders lohnen, wenn Sie einen Dispositionskredit mit einem Ratenkredit ablösen. Da die Dispo-Zinsen in der Regel deutlich höher sind, können Sie durch die Umschuldung beträchtliche Kosteneinsparungen erzielen. Sie sind dann allerdings auch an die längere Laufzeit gebunden. Durch eine Umschuldung können Sie auch einen gesicherten Kredit durch einen ungesicherten Kredit ablösen. Auf diese Weise können Sie das gebundene Kapital, das Sie als Sicherheit bereitgestellt hatten, anderweitig nutzen.

Vorsicht bei Widerrufsrecht, Vorfälligkeitsentschädigung und Kündigungsfristen

Anders als bei Konsumentenkrediten gibt es bei gewerblichen Darlehen grundsätzlich kein Widerrufsrecht. Sobald der Vertrag unterschrieben ist, sind die Konditionen verbindlich.

Die meisten Banken gewähren ein Sondertilgungsrecht und verlangen bei vorzeitiger Kündigung eine Vorfälligkeitsentschädigung. Die Höhe dieser Entschädigung ist im Kreditvertrag festgelegt. Sie sollten unbedingt beim Abschluss des Vertrags auf diese Bestimmungen achten, andernfalls müssen Sie sich eine Umschuldung unter Umständen teuer erkaufen. Sie können die Vorfälligkeitsentschädigung später von der Steuer absetzen.

Vorsichtig sollten Sie auch im Hinblick auf die gängigen Vertriebsspielchen der Banken sein. Die neue Bank wird oft versuchen, Ihnen einen höheren Kredit zu verkaufen, als Sie eigentlich brauchen. Außerdem versuchen mittlerweile viele Banken zusätzlich zum Kredit noch Restschuldversicherungen zu verkaufen. Die Kosten solcher Verträge sind allerdings oftmals hoch, während der Nutzen für den Kreditnehmer doch eher begrenzt ist.

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