Private Kredite können Steuervorteile bieten; bei richtiger Strukturierung. In diesem Artikel erfahren Sie, wann das funktioniert, und wann nicht!

Geld von Freunden oder Familie? Klingt verlockend. Im besten Fall bekommt man einen Freundschaftspreis, den die Bank nicht bieten kann. Auch spart man sich die Bonitätsprüfung, die bei der Hausbank mit monatelangem Warten verbunden ist –im Gegensatz zu Teylors digitaler Schnellprüfung. Es gibt aber noch einen weiteren Vorteil, den viele gar nicht auf dem Schirm haben: Sie können unter Umständen Steuervorteile nutzen.

Steuervorteil durch private Kredite

Der Kreditgeber erhält bei einem privaten Kredit auf sein eingesetztes Kapital höhere Zinsen als auf dem Sparkonto bei der Bank. Diese Zinsen müssen versteuert werden. Einkünfte aus Kapitalvermögen werden mit dem Abgeltungssteuersatz versteuert, also zu 25 Prozent plus ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Während der Kreditgeber die Zinseinkünfte als Kapitaleinkünfte mit der Abgeltungssteuer versteuert, kann der Kreditnehmer die Schuldzinsen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuermindernd ansetzen. Ergibt sich dabei eine Differenz, erzielen Kreditgeber und Kreditnehmer unter dem Strich eine steuerliche Ersparnis.

Nahestehende Person

Da vor allem familiengeführte Unternehmen diesen “Steuertrick” anwenden könnten, hat der Gesetzgeber das Einkommenssteuergesetz angepasst. Das Ganze funktioniert nämlich nur dann, wenn Kreditnehmer und Kreditgeber nach dem Gesetz keine „nahestehenden Personen“ sind (§ 32 d Abs. 2 Nummer 1 Buchstabe a) EStG). Ansonsten werden die Zinseinkünfte nicht mit der Abgeltungssteuer, sondern mit der (meist höheren) Einkommenssteuer versteuert.

Entscheidend für die Definition “nahestehende Person” ist, dass einer der Vertragspartner „beherrschenden Einfluss“ auf den anderen Vertragspartner hat (§ 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a) EStG). Wenn Sie beispielsweise über keine andere Finanzierungsalternative als das Kapital Ihrer Eltern verfügen, zum Beispiel, weil ihre Bonität für einen Bankkredit nicht ausreicht, dann haben Ihre Eltern beherrschenden Einfluss. Ist das der Fall, erlischt der Steuervorteil.

Kredite unter Eheleuten

Interessant für familiengeführte Unternehmen ist ein Urteil des Bundesfinanzhofes, wonach Ehepartner nicht automatisch als „nahestehende Personen“ gelten  (BFH, Az. VIII R 8/14). Sie sollten also prüfen, ob es sich vielleicht lohnt, wenn der Ehepartner als Kreditgeber fungiert, um so die oben genannten Steuervorteile zu nutzen. Wichtig: Sie sollten hierzu unbedingt einen Steuerberater zu Rate ziehen, wir sind keine Steuerberater!

Vorsicht bei gemischt genutzten Wirtschaftsgütern

Der Kreditnehmer kann die Kreditkosten nur dann als Betriebsausgaben oder Werbungskosten absetzen, wenn das Kapital auch tatsächlich geschäftlich genutzt wird. Wenn Sie beispielsweise einen PkW anschaffen und diesen zu weniger als zehn Prozent geschäftlich nutzen, dann gilt er als Privatvermögen. Sie können dann keine Kreditkosten von der Steuer absetzen. Vorsichtshalber sollten Sie deshalb ein Fahrtenbuch führen, um gegenüber den Finanzbehörden einen Nachweis erbringen zu können.

Private Kredite nur in Ausnahmefällen ratsam

Private Kreditgeschäfte können sich bei der richtigen Strukturierung also steuerlich lohnen. Zur reinen Kapitalbeschaffung raten wir von privaten Krediten von Freunden und Familie jedoch ab. Mit einem solchen Kredit belasten Sie womöglich die Beziehung. Während die Bank genau weiß, welches Risiko sie eingeht, sind Freunde und Familie eher gewillt, ein Auge zuzudrücken. Geht in Ihrem Unternehmen dann etwas schief, verlieren nicht nur Ihre Freunde ihr Geld, sondern Sie womöglich auch Ihre Freunde.

Wenn Sie ein solides Unternehmen mit ausreichender Bonität haben, gibt es für Sie außerdem genügend andere Alternativen. Bei Teylor dauert der Kreditantrag nur zehn Minuten, Sie müssen sich auch nicht mit Papierkram rumärgern. Beantragen Sie einfach ein kostenloses und unverbindliches Kreditangebot auf www.teylor.de oder rufen Sie uns an unter 07531-5848130.