Wer einen Firmenkredit aufnimmt sollte seinen Kapitalbedarf genau planen. Egal, ob es sich um einen Investitions- oder Dispositionskredit handelt, es muss stets eine Liquiditätsplanung aufgestellt werden.

Je höher die Kreditsumme, umso höher die Zinsbelastung. Viele Kreditnehmer neigen dazu, zu viel Kapital aufzunehmen. Geld gibt’s aber nicht umsonst, deshalb sollte der Kapitalbedarf genau geplant werden.

Falls Sie mehr Kapital aufnehmen als Sie brauchen, zahlen Sie nicht nur zu viel an Zinsen, sondern Sie verringern auch die Erfolgschancen Ihres Kreditantrages. Die Bank wird bei der Antragsprüfung Ihre Kapitaldienstfähigkeit errechnen. Sollte die Bank der Meinung sein, dass Sie den Kredit nicht zurückzahlen können, dann wird Ihr Antrag abgelehnt werden.

Wenn Sie aber zu wenig Kapital aufnehmen, dann brauchen Sie später vielleicht einen weiteren Kredit. Auch das kann teuer werden – vor allem, wenn der alte Kredit noch nicht vollständig getilgt wurde.

Bei Firmenkrediten unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten: Investitions- und Dispositionskredite. Je nach Kreditart, gibt es Unterschiedliches zu beachten.

Investitionskredite: Liquiditätsplanung für die gesamte Kreditlaufzeit

Wenn Sie Ihren Kapitalbedarf planen, sollten Sie eine detaillierte Liquiditätsplanung für Ihr gesamtes Unternehmen und für die volle Kreditlaufzeit erstellen.Diese Liquiditätsplanung sollte sämtliche Ein- und Auszahlungen beinhalten, die Sie während der Kreditlaufzeit erwarten. Da Sie wahrscheinlich nicht alles bis auf den letzten Cent planen können, sollten Sie mit kaufmännischer Vorsicht vorgehen und auch einen Liquiditätspuffer einplanen.

Ihre Liquiditätsplanung sollte auch die zusätzlichen Einnahmen berücksichtigen, die Sie durch die Aufnahme des Kredits erwirtschaften können, sowie Zins- und Tilgungszahlungen. Je nach Kreditgeber fallen unter Umständen Bearbeitungskosten oder ein Agio an. Auch diese Kosten sollten in die Liquiditätsplanung mit einfließen.

Letztlich sollten Sie diese Rechnung auch Ihrem Kreditantrag beilegen, sodass die Bank versteht, wie Sie den Kredit zurückzahlen werden. Das erhöht Ihre Chancen auf eine Kreditzusage.

Neben der Liquiditätsplanung sollten Sie auch Ihre Wachstumspläne für die Zukunft im Auge behalten. Wenn Sie zum Beispiel in einigen Jahren mit einer Expansion rechnen und daher einen größeren Kredit brauchen werden, dann lohnt es sich vielleicht heute einen kleinen Kredit aufzunehmen und diesen schnell abzubezahlen. Das erhöht Ihre Chancen, später einen größeren Kredit zu bekommen. Wenn Sie andererseits heute zu viel Kapital aufnehmen, dann kann das möglicherweise einem zukünftigen Kreditantrag im Wege stehen.

Dispositionskredit: Wie hoch sollte der Rahmen sein?

Im Gegensatz zu Investitionskrediten werden Dispokredite nicht in einer Summe ausgezahlt, sondern die Bank gewährt Ihnen einen Kreditrahmen. Wenn Sie diesen Kreditrahmen überziehen, dann drohen satte Überziehungszinsen, oftmals im zweistelligen Bereich. Des Weiteren wirkt sich die Überziehung negativ auf Ihre Bonität aus, wodurch Zinsen für zukünftige Kredite höher ausfallen werden.

Sollte der Rahmen jedoch zu hoch gewählt sein, dann besteht die Gefahr, dass Sie den Kredit öfter in Anspruch nehmen, als Sie es eigentlich brauchen. In Anbetracht der hohen Dispozinsen kann das teuer werden. Außerdem müssen Sie für Dispokredite oft Sicherheiten stellen. Sollte der Rahmen zu hoch gewählt sein, dann nutzen Sie die Wirtschaftskraft Ihrer Sicherheiten nicht optimal aus.

Auch für den Dispositionskredit sollen Sie eine detaillierte Liquiditätsplanung aufstellen. Anders als Investitionskredite werden Dispokredite allerdings hauptsächlich zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe genutzt. Deshalb müssen Sie hier nicht so lange im Voraus planen. Da Dispositionskredite eine kurzfristige Laufzeit haben, können Sie hier auch jederzeit erneut mit der Bank verhandeln. Dadurch haben Sie hier eine deutlich höhere Flexibilität als beim Investitionskredit.