Bei Kreditanträgen werden neben dem Jahresabschluss häufig auch eine Betriebswirtschaftliche Auswertung und eine Summen-und Saldenliste verlangt. Doch was ist das eigentlich genau?

Eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) beruht auf den laufenden Daten aus der Finanzbuchhaltung und liefert Informationen über die Kosten- und Erlössituation des Unternehmens im aktuellen Geschäftsjahr.  

Im Gegensatz zum Jahresabschluss, der erst zum Ende des Geschäftsjahres erstellt wird, kann die BWA also auch während des Geschäftsjahres erstellt werden und dadurch eine Übersicht über die momentane Ertragslage geben.

Da die Daten im Jahresabschluss zum Zeitpunkt des Kreditantrags oft bereits veraltet sind, fragen Banken meist nach einer BWA, denn sie liefert eine aktuellere Bewertungsgrundlage.

Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Unternehmer selbst können BWAs erstellen

Jedes Unternehmen, das der Buchführungspflicht unterliegt, kann eine BWA erstellen lassen. Meistens wird das Berichtswesen der BWA allerdings eher von kleinen und mittleren Unternehmen genutzt. Großunternehmen haben in der Regel viel umfangreichere Controlling- und Finanzbuchhaltungs-Instrumente.

Zur Erstellung einer BWA wird oft ein Steuerberater oder ein Wirtschaftsprüfer bestellt. Je nach Komplexität und Größe des Unternehmens, kann man eine BWA aber auch selbst erstellen. Jede handelsübliche Buchhaltungssoftware sollte eine Anwendung zur Erstellung einer BWA enthalten. Ansonsten kann man die Auswertung auch in Excel erstellen, je nach Unternehmensgröße kann das aber sehr zeitintensiv sein.  

Eine gesetzliche Pflicht zur Erstellung einer BWA gibt es nicht. Trotzdem kann es sinnvoll sein, in regelmäßigen Abständen eine solche Übersicht aufzustellen. Das ist nicht nur für Kreditanträge wichtig, sondern auch der Unternehmer selbst erhält dadurch einen Überblick über die Ertragslage des eigenen Unternehmens.  

Die BWA ist ähnlich der GuV aufgebaut

In der BWA werden sämtliche Aufwendungen, Erträge und Umsatzerlöse erfasst – sprich nur solche Geschäftsvorfälle, die auch die Gewinn-und Verlustrechnung (GuV) betreffen.  Genauso wie die GuV ist eine BWA auch in Staffelform aufgebaut:

Bei der BWA fehlen Abschlussbuchungen wie Rechnungsabgrenzungen und eine Bilanz wird auch nicht erstellt. Die Standard-BWA bleibt außerdem unkommentiert. Damit ist sie mit einem Jahresabschluss nach HGB nicht zu vergleichen.  

Für Kreditinstitute ist sie jedoch ein wesentliches Informationsinstrument für die Beurteilung von Krediten im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung. Allein das Druck- und Versandzentrum der DATEV - ein führender IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte - bringt jeden Monat rund zwei Millionen BWAs auf den Weg.

Summen- und Saldenliste begleitet die BWA

Neben der BWA wird oft auch eine Summen- und Saldenliste (SuSa) verlangt. Sie liefert eine Übersicht über alle Konten mit den jeweiligen Summen und Salden. Die SuSa enthält alle aktiven und passiven Bestandskonten, Erfolgskonten, Debitoren- und Kreditorenkonten.

Sie stellt die Geschäftsvorfälle des Unternehmens in Form von Anfangssalden, Bewegungen und Endsalden dar. Dadurch wird ein Kurzüberblick über die Kontobewegungen seit Beginn eines Geschäftsjahres ermöglicht.

Die Bank wird mithilfe der SuSa überprüfen, ob die Zahlen der BWA mit den Werten der SuSa-Konten übereinstimmen. Außerdem erstellt die Bank unter Umständen Liquiditätsberechnungen und Cashflow-Auswertungen, wofür sie ebenfalls die SuSa benötigt.

Auch Teylor wird Sie beim Kreditantrag nach einer aktuellen BWA und SuSa fragen, die jeweils nicht älter als drei Monate sein dürfen und den Zeitraum seit Erstellung des letzten Jahresabschlusses abdecken müssen. Darüber hinaus müssen Sie dann nur noch den letzten Jahresabschluss zur Verfügung stellen. Der Kreditantrag dauert deshalb nicht länger als 10 Minuten. Probieren Sie es aus, unter www.teylor.de.